Pressemitteilung vom 30.06.2021

 

Wenn die Schulzeit sich dem Ende zuneigt und die (berufliche) Zukunft eher vage vor ihnen liegt, ist das für viele junge Menschen die erste große Lebenskrise, denn oft wissen sie bestenfalls, was sie nicht (werden) wollen. Orientierung und Unterstützung sind gefragt – beides gibt es nun in der Jugendberufsagentur Koblenz.

Trotz coronabedingter Einschränkungen ist die gemeinsame Einrichtung von Jugendamt, Jobcenter und Arbeitsagentur in der Koblenzer Viktoriastraße 38 nun offiziell an den Start gegangen: Nach nur eineinhalb Jahren Planungszeit wurde das neue Angebot durch das Jobcenter Stadt Koblenz verwirklicht. Damit wird die Adresse zur Anlaufstelle für alle jungen Leute, die sich schwer damit tun, die konkreten Schritte nach dem Schulabschluss zu planen.

Im Mittelpunkt steht dabei die Planung der beruflichen Zukunft. Aber die professionellen Helfer der drei Koblenzer Sozialbehörden wissen genau, dass dieses Projekt nur funktionieren kann, wenn auch persönliche Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. „Deshalb ist unser Ansatz ein ganzheitlicher“, erklärt Jobcenterleiter Manfred Stein. Denn wer den Kopf voller Probleme habe, könne sich nur schwer auf die Frage konzentrieren, welcher Beruf ihm oder ihr Spaß macht und zu den eigenen Talenten passt.

Das Angebot der JBA sei bewusst niedrigschwellig angelegt, ergänzt Bürgermeisterin Ulrike Mohrs. „Niemand, der hierherkommt, muss eine Lebensbeichte ablegen. Man kann sich erstmal umschauen, an Veranstaltungen teilnehmen oder sich bei der Bewerbung helfen lassen. Daneben gibt es vielfältige Beratungsangebote – wenn das Vertrauen gewachsen ist, eben auch bei sehr persönlichen Anliegen. Zumindest versuchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendberufsagentur, gemeinsam mit den Jugendlichen die passende Hilfe für das Problem zu finden.“

„Junge Menschen sollen sich in der JBA verstanden und gut aufgehoben fühlen“, pflichtet Agenturleiter Frank Schmidt bei. Aus dem Alltag der Berufsberatung wisse man sehr genau, wie wichtig es ist, dass Jugendliche nicht nur alle relevanten Informationen bekommen, sondern sich bei und mit ihren Ratgebern wohlfühlen. „Dem tragen wir Rechnung, indem wir leicht zu erreichen sind und unsere jungen Besucher so akzeptieren, wie sie sind.“

Künftig soll es in der Jugendberufsagentur neben frei zugänglichen Informationen und individueller Beratung regelmäßig auch Veranstaltungen und Projekte geben, die für junge Leute interessant sind. Schon die Auftaktveranstaltung bot einen willkommenen Anlass, das Miteinander in der Einrichtung zu demonstrieren: Die jungen Besucher begleiteten die Veranstaltung mit viel technischem Knowhow, indem sie einen Live-Talk mit Führungskräften „streamten“ und trotz Corona-Beschränkungen auf einer Leinwand für alle Beteiligten sichtbar machten. Damit bewiesen sie eindrucksvoll, dass Zusammenarbeit für alle Seiten gewinnbringend sein kann. Das medienpädagogische Projekt wurde von Medien RLP und der Jugendbegegnungsstätte im Haus Metternich in Koblenz geleitet.

Die Koblenzer JBA gehört zum Modellprojekt „Jugendberufsagentur plus“, das vom rheinland-pfälzischen Arbeits- und Sozialministerium gefördert wird.

 

Öffnungszeiten
Montag und Dienstag: 8.30 bis 14 Uhr.
Mittwoch bis Freitag: 8.30 bis 12.30 Uhr.
Donnerstag zusätzlich: 13.30 bis 17 Uhr.
Außerdem können individuelle Termine vereinbart werden.

Nähere Informationen
Telefon: 0261 – 579 245 555
E-Mail: info@jugendberufsagentur-koblenz.de
www.jugendberufsagentur-koblenz.de

Pressemitteilung vom 05.11.2020

Start des Modellprojektes „Jugendberufsagentur Plus“

Koblenz beteiligt sich am rheinland-pfälzischen Förderprojekt

 

Koblenz. Die Koblenzer Jugendberufsagentur hilft jungen Menschen beim Berufseinstieg und individuellen Themen. Nun ist Koblenz eines von drei Modellregionen, die sich neben Mainz-Bingen und Pirmasens, am Förderkonzept „Jugendberufsagentur Plus“   beteiligt. Im Rahmen des Förderkonzepts unterstützt die dazu gehörige Koordinationsstelle die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und das Jugendamt dabei, optimale Hilfe aus einer Hand anzubieten. So können die jungen Menschen bestmöglich unterstützt in ihre berufliche Zukunft starten.

Als Schnittstelle zwischen den Institutionen und Schulen sowie weiteren Akteuren vor Ort stellt die Koordinatorin Mareile Wilbert, die bei der Stadt Koblenz angestellt ist, den Informationsaustausch sicher und bündelt alle relevanten Aktivitäten. Neben der Netzwerkarbeit gehört auch die Projektarbeit und Öffentlichkeitsarbeit zu ihren Tätigkeiten. Wilbert möchte junge Menschen bei der Weiterentwicklung integrieren und sieht das Projekt als Langzeitaufgabe.

Bürgermeisterin Ulrike Mohrs freut sich über die Beteiligung der Stadt Koblenz am Modellprojekt: „Das Projekt ist wichtig. Wir wollen junge Menschen nach dem Ende ihrer Schulzeit begleiten, bis sie ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben. Jede und jeder Einzelne liegt mir am Herzen“, sagt Mohrs.

Gefördert wird das Modellprojekt der „Jugendberufsagentur Plus“ durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz. Beratend begleitet wird die Jugendberufsagentur durch das ISM, Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz e.V.

Hilfe aus einer Hand auch in Krisenzeiten

Die Tore der Jugendberufsagentur sind selbst in Zeiten der Pandemie geöffnet: Die zentrale Anlaufstelle steht per Terminvergabe für junge Menschen zur Verfügung. Junge Menschen erhalten dort kompetente Beratung und Informationen rund um die Berufs- und Studienwahl zu vereinbarten Zeiten. Ebenso werden drohende Ausbildungsabbrüche oder persönliche Probleme und Themen vertraulich behandelt.

 

"Für die jungen Menschen ist diese 'Hilfe aus einer Hand' in diesem Jahr, aber auch in der Zukunft, im Hinblick auf den Ausbildungsmarkt besonders wichtig. Der Einfluss der Corona-Krise zeigt sich leider auch bei dieser Kundengruppe der 15 bis unter 27 Jährigen in einem deutlich höheren Niveau von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung als im Vorjahr“, sagt Thomas Becker, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen.

Aufsuchende Arbeit als Teil der Jugendberufsagentur

Um den jungen Menschen auch bei schwierigen persönlichen Problemen helfen zu können, sind Fachleute aus der Jugendhilfe des Jugendamtes in der Jugendberufsagentur vertreten. Manfred Stein, Geschäftsführer des Jobcenters Koblenz unterstreicht, dass darüber hinaus, gerade solche Jugendliche durch die JBA unterstützt werden, die von den Regelstrukturen nicht (mehr) erreicht werden und abgekoppelt sind.

Hieraus leiten sich gleichzeitig Ziel und Aufgabe der Jugendberufsagentur ab, die nur im engen Schulterschluss mit Koblenzer Unternehmen, Schulen, Familien, externen Netzwerkpartnern und den jungen Menschen erfolgreich sein kann. Die Vernetzung, aller staatlichen Partner in der Koblenzer Jugendberufsagentur bietet hierfür ein ausgezeichnetes Fundament, sind sich die Beteiligten einig.

 

Seit 2017 sind alle wichtigen Ansprechpartner der Jugendberufsagentur unter einem Dach im Jobcenter. Geplant ist für nächstes Jahr ein Umzug in die Innenstadt. In diesem neuen Haus, welches außerhalb der bereits existierenden staatlichen Stellen liegen wird, werden künftig auch Veranstaltungen zur Berufsorientierung durchgeführt. Die Zusammenarbeit mit Schulen, dem „Jobfux“ (Projekt zur Berufsorientierung an der Goethe Realschule Plus) und der Schulsozialarbeit wird in den nächsten Jahren weiter ausgebaut.

 

Kontakt:

Information und Beratung für junge Menschen unter 27 Jahren:
Jugendberufsagentur Koblenz
(derzeit noch) im Jobcenter Koblenz
Am Berg 1
56070 Koblenz
Internet: www.jugendberufsagentur-koblenz.de
Mail:  info@jugendberufsagentur-koblenz.de

 

Hintergrundinformationen:

Auf Bundesebene haben das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit der Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2010 eine Vereinbarung mit dem Ziel getroffen, die berufliche Integration junger Menschen in Ausbildung zu erhöhen, um die Jugendarbeitslosigkeit zu senken. Hierzu soll bundesweit die Zusammenarbeit zwischen dem Jugendamt, der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter und den damit verbundenen Rechtskreisen des Sozialgesetzbuches (SGB) II, III und VIII verbessert werden. Koblenz wurde im Sommer 2020 als eine von drei Modellregionen ausgewählt, um diese Zusammenarbeit praktisch umzusetzen.

Die Koblenzer Jugendberufsagentur gibt es bereits seit dem Jahr 2013, die im Rahmen der Projektarbeit „Integrierte Förderstrukturen für benachteiligte junge Menschen in Rheinland-Pfalz“ zum Thema Übergang Schule-Beruf entstand. Die Koblenzer Jugendberufsagentur steht unter dem übergeordneten Ziel, dass niemand verloren gehen darf beim Berufseinstieg. Wichtig: Die Jugendberufsagentur Koblenz ist keine neue Institution. Alle Partner agieren in ihrer Verantwortlichkeit eigenständig weiter, wie bisher auch.